Die Palette wandert wieder in neue Hände – und auch sonst tut sich einiges am Vorgartenmarkt

Nach nicht einmal eineinhalb Jahren wechselt die Palette erneut den Besitzer. Generell ist ja grad einiges im Umbruch am Vorgartenmarkt: Der ‚Biohof Adamah‚ zieht sich von dort zurück, das ,Big Garten‚ sucht einen Abnehmer, ‚Rita bringt’s‚ wurde gerade übergeben … Ein Grund für die Markt-Forscherin, wieder mal nach dem Rechten zu schauen und für sich und alle anderen ein Update zu machen … ;)

Jürgen mein kaffee

Grund für den Wechsel in der Palette ist nicht der mangelnde Erfolg. Im Gegenteil, der Umsatz hat sich laut Noch-Inhaber Jürgen-Schweighofer-Furch im Vergleich zu Vorjahr sogar ziemlich gut entwickelt. Es fehlt schlicht und ergreifend die Zeit. Um sich sowohl dem Aufbau des Markt- als auch des Kaffee-Geschäfts zu widmen. Er setzt daher in Zukunft auf Kaffeerösterei und –vertrieb. Ob er ein bisschen wehmütig sei? Nein, dazu hätte er keine Zeit ;)

Die Palette wechselt mit Ende Mai also den Besitzer. Teile des Sortiments sind auch schon reduziert und werden abverkauft:

Palette Abverkauf startet.jpg

Am Samstag, 12. Mai 2018 ist der letzte Tag. Dann wird kurze Zeit zugesperrt und umgebaut. Gerd Sievers, Autor, Schriftsteller und Unternehmer, übernimmt das Geschäft. ‚Sievers Gourmet‘ ist bereits mit ‚Die Fleischerei’ – gegenüber der Mochi Ramen Bar – am Markt. Sievers produziert selbst Schinken in Kroatien, Italien und in den Karpaten. Das Schinkensortiment in der Palette wird sich demnach bald vergrößern. Die Palette wird ihren Namen wahrscheinlich behalten und ein wenig umgestaltet werden.

Die Startbedingungen für die neuen Besitzer sind gut: Das Konzept Palette funktioniert. An Samstagen dreht jeder Platz mehrfach. Und das Standl darf weiterhin die acht Verabreichungsplätze haben (Die Palette ist das einzige Lokal am Vorgartenmarkt, das übernommen werden darf und so die Nebenrechte weiter ausüben kann).

Mein Kaffee vor der Palette

Wie sieht’s mit dem Sortiment aus?
Die Palette wird wie’s aussieht eine Mischung aus konventionellen und Bio-Produkten sein. Das Tolle am Standl ist ja auch, dass es mittlerweile ein Grätzltreffpunkt ist. Und es wäre schade, wenn das verloren ginge. Daher ist derzeit geplant, einen Teil des Sortiments beizuhalten: ZB. Milch und Milchprodukte, sie seien ‚Kundenmagenten‘.

Brot: Ob das Joseph- und Öfferl-Brot weiterhin verkauft wird, ist noch offen.

Thum-Schinken: Der Thum-Schinken wechselt die Marktgassen-Seite: Nachdem die neuen Besitzer selbst Schinken produzieren, wird der Thum-Schinken nicht mehr angeboten werden. Den gibt’s dafür dann gegenüber beim ‚Bio-Viertel‘.

Abholstation Fleisch: Die Palette wird möglicherweise weiterhin die Abholstation für Kollecker und das Freilaender Bio-Fleisch sein.

Abholstelle für Bio-Kisterln: Noch nicht klar ist, ob es die Bio-Kistl von Kabarettist und Bio-Bauer im Marchfeld Pepi Hopf weiter geben wird. Wie die funktionieren? Es ist ein sog. ‚Klick&Collect-System‘: Bestellt wird auf der Facebook-Seite von Bio-Gemüse Hopf, das Kistl erhält man bei einer der Abholstellen, zB auch am Meidlinger Markt oder beim Kabarett Niedermair. Jürgen bereitet Melange zu

Und wo wird’s Jürgens Kaffee weiterhin geben?
Mein Kaffee‘, der Kaffee der Röstwerkstatt, wird weiter in der Palette verkauft, in der Ausschank und im Packerl. Geplant ist, das Netz an Wiederverkäufern zu erweitern, und den Kaffee gibt’s online im eigenen Webshop, auf shöpping.at und anderen Online-Plattformen.

Die Markt-Forscherin hat länger schon den Eindruck, dass sich am Markt vor allem die Bio-Händler schwertun, weil die Bio-Produkte der Supermarktketten auch gut sind,  es dort immer größere Bio-Sortimente gibt und zu günstigeren Preisen als am Markt angeboten werden können. Sieht Jürgen das auch so?

Die Konkurrenz sei auf jeden Fall der Supermarkt und noch viel mehr die Lieferservices der Supermärkte. Manche Leute gingen gar nicht mehr einkaufen, sondern ließen sich die Produkte mehrmals pro Monat liefern.

Produkte wie Mandelmilch würden zB auch beim DM angeboten. Wenn ein Einzelhändler einen für ihn einigermaßen adäquaten Aufschlag macht, dann liegt er preislich natürlich höher als der Supermarkt. Ein Händler verkaufe vielleicht 15 Liter Mandelmilch und nicht 500 Liter pro Filiale im Monat …

Daher gab’s auch schon die Idee eines Webshops für den Vorgartenmarkt, um von allen Standln Produkte bestellen zu können. ZB. 20 dag Schinken von der Palette, Fleisch vom Bio-Viertel, das Gemüse vom Standl vis-à-vis. Das sei daran gescheitert, dass alle Beteiligten ohnehin schon zu viel zu tun gehabt hätten.

Weitere Entwicklungen am Markt:
Adamah Biohof: Hier ändern sich die Infos laufend, wer übernimmt und in welcher Form der Laden fortgeführt wird – also ob wieder bio oder nicht … Fix ist, dass der Adamah aufhört.

Bio-Viertel: Da hat es in der Zwischenzeit auch einen Besitzerwechsel gegeben, es wird aber nach wie vor Bio-Ware verkauft.

Rita bringt’s: Rita bringt’s am Vorgartenmarkt hatte vergangenen Samstag den letzten Tag geöffnet. Wie’s an diesem Standl weitergeht, ist der Markt-Forscherin noch nicht bekannt.

Schnellimbiss aka das letzte verbliebene ‚Tschocherl‘: wird anscheinend auch demnächst übergeben bzw. hören die Betreiber auf.

Verein zur Förderung des Vorgartenmarkts
Für diejenigen, die von seiner Existenz wußten: Es gibt ihn nicht mehr;) Wieso? Die Hauptakteure sind dem Verein aus verschiedenen Gründen abhanden gekommen …

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