Was Sie schon immer über ‚Bio‘ wissen wollten.

Im Jänner 2016 machte Greenpeace einen Marktcheck und untersuchte das Bio-Angebot in Österreichs größten Supermärkten. Die Testergebnisse sind für mich Anlass zum Thema Bio im Allgemeinen und dem Bio-Angebot am Vorgartenmarkt im Speziellen. Greenpeace vergab an 50 % der untersuchten Märkte die Bestnote „Ausgezeichnet“. Es gibt also hervorragendes und breit erhältliches biologisches Angebot in Österreich.

Die Anrainerinnen und Besucherinnen des VorgartenmarktsRadieschen biologisch müssen für eine breite Bio-Auswahl nicht einmal in den Supermarkt. Der Grätzlmarkt bietet eine attraktive, gleichwertige Alternative. Und sie ist für viele Menschen näher als der nächste Billa, Hofer oder Penny.

Lokale Märkte wie der Vorgartenmarkt haben viele Vorteile: Es finden persönliche Kontakte von Mensch zu Mensch und von Händler zu Käufern statt. Hier erhalten wir Beratung, tauschen Rezeptideen und Zubereitungs-Methoden aus, bestellen und reservieren wir unkompliziert spezielle Produkte. Die Preise am Markt sind nicht unbedingt teurer als im Supermarkt. Das weiss ich deshalb, weil ich regelmäßig (bio) einkaufe und Preise vergleiche.

Hier ein paar Antworten auf Fragen, die im Zusammenhang mit ‚bio‘ auftauchen:

Was bedeutet ‚bio‘?

Bio sind Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft. Chemisch-synthetischeHühner in Freilandhaltung Dünge- und Spritzmittel sind verboten. Es wird organischer Dünger wie Kompost und Mist verwendet und abwechslungsreiche Fruchtfolge praktiziert. In den Lebensmitteln kommen weniger Zusätze vor, sie werden durchgängig kontrolliert und sind Gentechnik-frei. Die Tierhaltung erfolgt artgemäß in Ställen mit Stroh, viel Licht und Platz, regelmäßigem Auslauf und Weidegang. Die Tiere essen biologisch erzeugtes, gen-freies Futter.

Wann ist ein Produkt ‚bio‘?

Ein Lebensmittel ist bio, wenn

  • es von einem Bio-Bauern nach den Richtlinien der EU-Verordnung produziert wurde
  • eine Kontrollstelle den Bio-Bauern und -Verarbeiter geprüft hat
  • das Produkt ordnungsgemäß gekennzeichnet ist

Das ist die offizielle Regelung.

Es gibt Produkte, die trotzdem ‚bio‘ sind, auch wenn sie nicht den offiziellen Richtlinien entsprechen. Kleine Betriebe leisten sich die Zertifizierung meist nicht und verzichten daher auf diesen ‚offiziellen Stempel‘. Was nicht heisst, dass ihre Erzeugnisse nicht trotzdem Bio-Qualität haben können.

Warum sind Bio-Produkte teurer?

  • Bio-Lebensmittel werden um einiges aufwändiger hergestellt als konventionelle.
  • Die bio gemüse österreichErträge auf den Feldern sind durch den Verzicht auf leichtlösliche mineralische Düngemittel und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zwischen 20 bis 40 % niedriger.
  • Die Tierhaltung ist mit höheren Investitionen verbunden: viel Auslauf und Tageslicht sowie Laufställe ab einer bestimmten Größe sind vorgeschrieben.
  • Die Tiere wachsen langsamer: Masthühner zum Beispiel brauchen doppelt so lange, bis sie schlachtreif sind.
  • Das wiederum führt zu höheren Futterkosten, zu einer niedrigeren Zahl an schlachtreifen Tieren und so weiter.
  • Die Produkte werden oft in kleineren Mengen und händisch hergestellt, wodurch höhere Produktionskosten entstehen.

Rechneten wir die externen Kosten ein, die uns durch die Folgen der intensiven konventionellen Landwirtschaft entstehen (zum Beispiel Hochwasser oder Pestizide im Trinkwasser), wären diese Produkte teurer als Bio!

Woher wissen wir, was bio ist?

Es gibt viele Bio-Erkennungszeichen in Österreich. Als Wichtigste – wahrscheinlich weil mit dem größten Budget dahinter – werden im heimischen Handel das EU-Bio-Logo, das AMA-Biozeichen und das BIO AUSTRIA Logo genannt:

  • Seit 2010 sind Bio-Produkte in der EU mit einem grün/weißen Logo und Kontrollnummer gekennzeichnet.
  • Die AMA liefert zwei staatliche Bio-Zeichen: Eines für Produkte, die mindestens zu 70 % aus in Österreich erzeugten Rohstoffen bestehen (rot). Und eines in Schwarz für Erzeugnisse ohne Ursprungsangabe.
  • Das Bio-Austria-Logo findet sich meistens auf direkt vermarkteten Bio-Produkten. Es steht für den Verband der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern. Sie wirtschaften nach eigenen Richtlinien, die strenger sind als die von der EU vorgegeben.

Bio-Marken österreichischer Handelsketten
Die privaten Handelsketten kennzeichnen ihre Bio-Produkte basierend auf der EU-Bio-Verordnung mit folgenden Gütesiegeln:

Es gibt weitere Kennzeichnungen – wie Demeter, Naturland – die ich hier nicht alle aufzähle.

Angebot aus biologischer Landwirtschaft am Vorgartenmarkt

Gemessen an der Größe des Marktes ist das Angebot beachtenswert:

  • Adamah: Obst, Gemüse, Käse, Schinken, Speck, Wurst, Brot, Lebensmittel, Adamah VorgartenmarktMilchprodukte.
  • Bio-Viertel: Eine regionale Vertriebsgemeinschaft bestehend aus 5 Bauern bietet Fleisch, Wurstwaren, Schinken und Fisch an.
  • Gragger: Holzofenbäcker mit kreativen und einfach köstlichen Brotsorten, Gebäck und Kuchen. Auch ideal zum Frühstücken und Kaffeetrinken.
  • Palette: Bio-Produkte beziehungsweise Produkte in Bio-Qualität von kleinen Produzenten, die die Inhaber persönlich kennen und daher wissen, dass sie ’so-gut-wie-offizielles-bio‘ sind. Käse, Schinken, Wurst, Lebensmittel, Öle, Weine, Säfte, Frühstückssortiment, Brot, Nudeln, Reis, Gewürze und vieles mehr.
  • Rita bringt’s: Take Away und kleines Lokal mit biologischen, vegetarischen – teils veganen – Speisen. Hauptspeisen, Suppen, Salate, Maki, Desserts …
  • Geflügel Schneider: verkauft köstliche Bio-Hendl neben dem ansonsten großteils konventionellen Sortiment.
  • Ténéré: Afrikanische Speisen und Lebensmittel, alles bio & fair, To-Stay oder To-Go – empfehlenswert!
  • Vereinzelt mischen sich Bio-Produkte unter die konventionelle Ware, wie die Bio-Avocados beim Obst- und Gemüsehändler Akifov oder Bio-Wein vom Weingut Mehofer am Weinstand Sailer.

Ich bin überzeugte Bio-Konsumentin, entscheide mich im Zweifelsfall jedoch für lokale Produkte. Sprich: Ich kaufe beispielsweise bestimmt keine Kartoffeln aus Ägypten, nur damit ich Bio-Erdäpfel auf dem Teller habe. Gerade von Frühjahr bis Herbst bevorzuge ich regionales, saisonales Obst und Gemüse. Denn das ist frisch und gut!

Wie handhabt ihr das?

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